Archiv für den Monat August 2013

A night at the museum

Wir haben im Natural History Museum übernachtet. Kleinkinderträume gepaart mit Abenteuerlust und nicht-lange-über-den-Preis-Nachdenken-Schübe führten dazu, dass wir schließlich mit Schlafsäcken und illegal als dem Hostel entwendeten Kissen lange nach Öffnungszeiten vor dem Museum kampierten, wie wir dann merkten zusammen mit erstaunlich vielen anderen Menschen, gut, das hatten wir uns kleiner vorgestellt, macht nichts. Wir standen noch ziemlich weit vorne, ein Schlafplatz unter dem Riesendino im Eingangsbereich war uns sicher. Direkt vor Ort haben wir uns dann doch für eine kleine Einbuchtung an der Seite entschieden, die hatte den unschlagbaren Vorteil, dass da nachts niemand mehr an Dir vorbei musste und im Zweifelsfall über dich drüber fliegt. Und der Blick auf den Dino war dann von dort auch besser als direkt unten drunter, logisch.

Im Laufe der nun folgenden Nacht haben wir gut getrunken, mittelmäßig gegessen, Bekanntschaften gemacht, die man direkt mit zwei, drei Insekten-Snacks beim „insect tasting“ vertiefen konnte, überraschend gruselige Ghost-Stories von den Guards gehört (denen offenbar regelmäßig viktorianische Mädchen über den Weg laufen), unverdienter Weise nicht beim Quiz gewonnen und einfach viel Spaß gehabt. Geschlafen haben wir zwar nur von drei bis halb sieben, aber das erstaunlich tief und gut. Und wir haben Dr. Erica McAllister kennengelernt, die uns erst eine Stunde lang skurrile Fakten aus dem Sexleben von Insekten erzählt hat und sich dann anschließend bereit erklärt hat uns bei nächster Gelegenheit durch die Dauerausstellung zu führen. Ich kann es kaum noch erwarten! Vor allem wäre das eigentlich der Hauptpreis für das Quiz gewesen, ein Mitarbeiter Deiner Wahl führt Dich – also trotzdem gewonnen, irgendwie.

Ansonsten: Frittierte Insekten schmecken wie Rice Crispies und es gibt Käfer (ich glaube es waren Hirschkäfer), da besteigen alle Männer das Alpha-Männchen, um anschließend auch so zu riechen und freie Fahrt bei allen Weibchen zu haben. Clever!

Londons East End ist voller Street Art…

…und Pepe von London Walks kennt sie alle und zeigt die großen und die kleinen Kunstwerke. Drei Daumen hoch und großer Ausprobier-Befehl!

Ben Eine

 

 

Roa

 

 

 

Und wenn man Glück hat, trifft man einen der Künstler dabei sogar noch persönlich. Hier hab ich jetzt natürlich vergessen wie er heißt. Auf jeden Australier, hat eine Zeit lang auf der Straße gelebt und wie man oben sieht bedient er sich dieser Farbtupfertechnik, die bestimmt einen tollen Namen hat, den ich nicht kenne und den er sich von den Aborigines abgeguckt hat.

In jedem Fall sind die Sachen meist kurzlebig, verschwinden schnell wieder, aber sie sind überall zu finden, gerade Shoreditch ist voll davon. Hingehen, suchen, staunen!

May I introduce myself?

My name is Robbie fucking Williams and for the next two hours your ass belongs to me!

Was für ein Start in nicht nur eines der schönsten, sondern auch der entspanntesten Konzerte, auf denen ich je gewesen bin. Schon allein das Setting: Wembley Stadium! Bereits auf der Hinfahrt schallte es in der Tube auf einmal durch die Lautsprecher: „Who is going to see Robbie tonight? I can’t hear you!“ gefolgt von der passablen Karaoke-Version von „Angels“, zum Besten gegeben durch den Conductor, im Nu unterstützt durch die meisten Mitfahrer.

Vor Ort ging alles schnell, reibungslos und freundlich, etliche Besucher hatten sogar Picknick – Körbe dabei und sofern man bei den Getränkeflaschen die Deckeln entfernte durfte auch alles mit hineingenommen werde. Es gab kaum Schlangen, überall war die bestgelaunteste Security, die ich je gesehen habe und die Stimmung war entspannt. Die Wartezeit überbrückten Publikum und Security mitunter auch mal gemeinsam:

Und Mr. Williams persönlich, mit einem „Heimspiel“, lieferte zwei Stunden Show, Stimmung und Spaß, die jeden Zweifel, der sich im Vorfeld vielleicht angesichts des Ticketpreises doch mal wieder eingeschlichen hatte, beiseite: ja, er ist das Geld wert.

Dank der unglaublichen Organisation vor Ort waren wir innerhalb von 35 Minuten aus dem Stadion in der U-Bahn vor dem Hostel, so schnell konnte man gar nicht gucken. Aber nicht ohne ein freundliches: „Hope you had a great night!“ durch die Security beim Rausgehen.