Archiv für den Monat Oktober 2013

Only in London

Clubben von 6:30 bis 10:30 morgens – für wen das nicht wie ein Alptraum, sondern wie ein erstrebenswerter Zustand klingt, der ist bei Morning Glory an der richtigen Adresse. In einer verlassene Industriehalle in Shoreditch kann man den Tag mal anders beginnen – im Pyjama und mit alkoholfreien Shakes bei lauter Musik. Kostenfreie Massagen und Yoga stehen ebenfalls auf dem Programm.

Wer hätte gedacht, dass man mit einem Haufen Fremder so viel Spaß haben könnte. Und tatsächlich im Anschluss so wach ist. Und sich über Tanzen ohne schummrige Beleuchtung und ohne aufgestylte Menschen weit mehr freuen könnte, als man es seit Jahren bei normalen Tanzaktivitäten getan hat.

Man kann die Engländer einfach nur lieben: ich habe mehr als eine Person gesehen, die im mehr oder minder klassischen Schlafanzugsoutfit (bei einem war es ein Giraffenkostüm) in der Toilette verschwunden sind und im Business-Kostüm wieder herauskam. Die wohl immer häufiger geschaffenen Duschmöglichkeiten in Bürokomplexen machen es möglich.

Und selten bin ich auf einen Haufen derart entspannter, gut gelaunter Menschen getroffen.

Und ja – der Mann in dem Video trägt ein Einhorn – Kostüm. Einfach weil er es kann.

Advertisements

I’ve always depended on the kindness of strangers…

Ich war in Rom, mit Gatten und Mutter, ein verspätet eingelöstes Geburtstagsgeschenk. Und es war herrlich, die Sonne schien (bis auf Sonntag), das Eis schmeckte und wurde reichlich verzehrt (9 mal in 4 Tagen), die Ferienwohnung war super und zentral, ein Traum. Angefangen hatte eigentlich alles recht unglücklich mit Air Berlin, die beinahe mutwillig unser Gepäck verloren haben (eine lange Geschichte), danach konnte es nur noch besser werden und das wurde es tatsächlich auch, konstant.

Was uns alle aber am meisten begeistert hat war die Freundlichkeit, die uns überall begegnet ist. Ganz ehrlich muss ich zugeben, ich hatte viele der stereotypen Geschichten im Kopf, ich war ein wenig darauf eingestellt, dass der ein oder andere Gastronom versuchen wird uns übers Ohr zu hauen, dass Touristen eher als lästige Objekte denn als erwünschte Besucher angesehen werden, dass das ein oder andere Erlebnis einen eher fahlen Beigeschmack hinterlassen wird. Stattdessen haben wir durchweg gut und preiswert gegessen (wir haben mir 3 Personen und jede Menge Wein tatsächlich nur ein einziges Mal über 50€ bezahlt und da haben wir uns auch bewusst ein etwas schniekeres Lokal ausgesucht), niemals sollten wir bei irgendetwas mehr zahlen als vorher ausgemacht wurde (selbst die Taxifahrer haben sich an alle Vorgaben gehalten) und vor allem: an unerwarteten Stellen gab es immer wieder unerwartete „Dreingaben“. Der Devotionalien- Verkäufer am Petersdom schenkte mir das Mini-Heiligenbild für meine Freundin (vermutlich hatte er Mitleid mit mir, ich trug einen überdimensionalen Reiserucksack auf dem Rücken), der Eisverkäufer bestand darauf, dass wir uns mit unserer Kugel Eis im Hörnchen in den „à la carte“-Bereich der Eisdiele gingen, weil draußen kurzfristig ein Regenschauer runter gingen – und nein, er hat anschließend nicht versucht uns noch mehr Eis zu verkaufen, der Restaurantbesitzer, der uns den Limoncello „aufs Haus“ brachte, den wir zusammen mit der Rechnung bezahlt haben. Wir waren gerührt. Und geloben in Zukunft wieder mehr an das Gute im Menschen zu glauben. Wer hätte es gedahct, Rom scheint auch für Atheisten eine „reinigende“ Wirkung zu haben.

Ansonsten können wir die „Angels & Demons Tour“ zum Roman von Dan Brown mit Love Rome nur empfehlen. Als Wunsch von der Mama waren wir erst etwas überfordert angesichts als der Tour-Angebote, die sich boten und alle waren auch weit entfernt von Preiswert. Aber: zumindest hier hat sich der Preis gerechnet. Zugegeben, mit etwa 50€ pro Person war die Sache so teuer, das wir dreimal überlegt haben das zu buchen. Die Tour war aber lang (von 9:30 bis 13:00 Uhr), sehr persönlich und unterhaltsam gestaltet, die Gruppe war klein und man ist zwischendurch mit Taxen von A nach B gebracht worden – weil man die Strecke zu Fuß in der Zeit nicht bequem zurücklegen könnte. Zusammenfassend: es hat großen Spaß gemacht. Und unser holländischer Tour-Guide, der die Sache auf Deutsch mit charmantem Akzent angeleitet hat, hat uns wieder mal in der Annahme bestätigt: alles wird besser, wenn Niederländer es erklären. Sie haben einfach eine angenehm andere Sicht auf manche Dinge.

Und: das beste Eis der Stadt gibt es hier. Glaubt mir, ich habe es getestet.