Archiv für den Monat September 2015

Auf den Spuren von Hemingway

Ein Jahr ist es bereits her, dass wir von Frankfurt aus das Flugzeug Richtung Havanna bestiegen haben. Die zwei Wochen Backpack Tour durch Kuba waren mit Sicherheit das ungewöhnlichste Reiseerlebnis, das wir jemals hatten. Und auch einer der schönsten Urlaube, in denen gleichzeitig fast alles schief ging, was schief gehen konnte.

Zum einen ist das Land eher nicht auf Individualtouristen ausgelegt, viele kommen, um sich in den Resorts mit All you can eat Buffetts vollzustopfen. Aber es geht, man kann das Land auf eigene Faust erkunden, auch ohne Spanischkenntnisse. Und es war großartig. Gelernt haben wir

  • Überlebensregeln wie „Nicht bei Fremden ins Auto einsteigen“ müssen hier noch einmal neu überprüft werden – diese Regel gilt z.B. nicht mehr, was ein Taxi ist und was nicht ist hier immer Verhandlungssache
  • Der Zustand der Straße lässt keinen Rückschluss darauf zu, ob um die Ecke nicht ein großartiges Paladar auf einen wartet. Wir empfehlen in Havanna das hier (nicht wirklich ein Geheimtipp, findet sich in jedem Reiseführer) und vor allem das hier und in Trinidad das hier (wobei uns Trinidad ansonsten gar nicht lag)
  • Kubaner wollen eigentlich immer helfen und finden immer einen Weg. Geduld, keine Panik und Vertrauen sind hier die richtigen Stichworte. Läuft!
  • Den besten Haarschnitt bekommt man auch, wenn man mit niemand im Salon die gleiche Sprache spricht – auch hier: Vertrauen!
  • Kubaner trinken ihren Mojito am liebsten „straight“ – ohne Minze und ohne Reis, also einfach nur Rum. Und Rum geht immer!
  • Wenn man Kochbananen oder Guaven essen kann – dann sollte man das auch tun!
  • Sich von Touristenfängern gar nicht erst anlabern lassen – aber das gilt im Grunde für jedes Land.
  • Mastercard am Automaten klappt nicht, im Zweifelsfall behält der Automat die Karte ein und man muss die erstmal umständlich zurückbekommen – am besten nur in der Bank selbst versuchen
  • Handyempfang hatten wir nur sporadisch – kann sich inzwischen aber natürlich gebessert haben
  • Arbeitskraft ist deutlich preiswerter als Materialien – es wird z.B. jemand dafür bezahlt einer John Lennon Statue zu bestimmten Zeiten eine Nickelbrille aufzusetzen, anstatt diese neu zu produzieren wenn sie geklaut wird
  • 4 Stunden bei der Anreise anstehen ist normal und kein Grund unruhig zu werden – Schlange stehen ist generell nie ein Grund unruhig zu werden
  • Die CUP/modena nacional lohnt sich für Straßenstände etc.

Unsere Reisehighlights waren

  • Viñales (schönster Ort und vor allem Nationalpark EVER!)
  • Eine Tour durch Havanna mit einem Oldtimer – ja, Touriprogramm, aber mit etwas Menschenverstand findet man einen Fahrer, der einen ansonsten in Ruhe lässt und die Fahrt selbst war großartig!
  • Ein Tag am Playa del Este – von Havanna aus problemlos mit dem Bus zu erreichen, je weiter man fährt umso weniger Touristen und kein Mensch braucht mehr Varadero!
  • Das Ché Denkmal in Santa Clara
  • Der Palacio de Valle in Cienfuegos – Rum trinken auf der Dachterrasse und dabei aufs Meer schauen…
  • Und unschlagbar: die Eimerpizza (Pizza Celina, Calle Infanata esq. San Rafael, Vedado) – Bestellung nach oben schreien, das Essen wird anschließend die 4 Stockwerke nach unten gelassen

 

Und jetzt noch ein paar Impressionen: