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Auf den Spuren von Hemingway

Ein Jahr ist es bereits her, dass wir von Frankfurt aus das Flugzeug Richtung Havanna bestiegen haben. Die zwei Wochen Backpack Tour durch Kuba waren mit Sicherheit das ungewöhnlichste Reiseerlebnis, das wir jemals hatten. Und auch einer der schönsten Urlaube, in denen gleichzeitig fast alles schief ging, was schief gehen konnte.

Zum einen ist das Land eher nicht auf Individualtouristen ausgelegt, viele kommen, um sich in den Resorts mit All you can eat Buffetts vollzustopfen. Aber es geht, man kann das Land auf eigene Faust erkunden, auch ohne Spanischkenntnisse. Und es war großartig. Gelernt haben wir

  • Überlebensregeln wie „Nicht bei Fremden ins Auto einsteigen“ müssen hier noch einmal neu überprüft werden – diese Regel gilt z.B. nicht mehr, was ein Taxi ist und was nicht ist hier immer Verhandlungssache
  • Der Zustand der Straße lässt keinen Rückschluss darauf zu, ob um die Ecke nicht ein großartiges Paladar auf einen wartet. Wir empfehlen in Havanna das hier (nicht wirklich ein Geheimtipp, findet sich in jedem Reiseführer) und vor allem das hier und in Trinidad das hier (wobei uns Trinidad ansonsten gar nicht lag)
  • Kubaner wollen eigentlich immer helfen und finden immer einen Weg. Geduld, keine Panik und Vertrauen sind hier die richtigen Stichworte. Läuft!
  • Den besten Haarschnitt bekommt man auch, wenn man mit niemand im Salon die gleiche Sprache spricht – auch hier: Vertrauen!
  • Kubaner trinken ihren Mojito am liebsten „straight“ – ohne Minze und ohne Reis, also einfach nur Rum. Und Rum geht immer!
  • Wenn man Kochbananen oder Guaven essen kann – dann sollte man das auch tun!
  • Sich von Touristenfängern gar nicht erst anlabern lassen – aber das gilt im Grunde für jedes Land.
  • Mastercard am Automaten klappt nicht, im Zweifelsfall behält der Automat die Karte ein und man muss die erstmal umständlich zurückbekommen – am besten nur in der Bank selbst versuchen
  • Handyempfang hatten wir nur sporadisch – kann sich inzwischen aber natürlich gebessert haben
  • Arbeitskraft ist deutlich preiswerter als Materialien – es wird z.B. jemand dafür bezahlt einer John Lennon Statue zu bestimmten Zeiten eine Nickelbrille aufzusetzen, anstatt diese neu zu produzieren wenn sie geklaut wird
  • 4 Stunden bei der Anreise anstehen ist normal und kein Grund unruhig zu werden – Schlange stehen ist generell nie ein Grund unruhig zu werden
  • Die CUP/modena nacional lohnt sich für Straßenstände etc.

Unsere Reisehighlights waren

  • Viñales (schönster Ort und vor allem Nationalpark EVER!)
  • Eine Tour durch Havanna mit einem Oldtimer – ja, Touriprogramm, aber mit etwas Menschenverstand findet man einen Fahrer, der einen ansonsten in Ruhe lässt und die Fahrt selbst war großartig!
  • Ein Tag am Playa del Este – von Havanna aus problemlos mit dem Bus zu erreichen, je weiter man fährt umso weniger Touristen und kein Mensch braucht mehr Varadero!
  • Das Ché Denkmal in Santa Clara
  • Der Palacio de Valle in Cienfuegos – Rum trinken auf der Dachterrasse und dabei aufs Meer schauen…
  • Und unschlagbar: die Eimerpizza (Pizza Celina, Calle Infanata esq. San Rafael, Vedado) – Bestellung nach oben schreien, das Essen wird anschließend die 4 Stockwerke nach unten gelassen

 

Und jetzt noch ein paar Impressionen:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Warum Weihnachten in London toller ist als irgendwo anders…

Unser jährliches Vor-Weihnachtswochenende in London liegt hinter uns. So früh wie dieses Jahr waren wir tatsächlich noch nie dran, damit hatten wir zwar tatsächlich nicht mit Schneegestöber und abgesagten Flügen zu tun, aber dafür war das Weihnachtsfeeling noch nicht ganz so präsent wie in den vergangenen Jahren. Trotzdem ist London für uns die Weihnachtshauptstadt Nummer eins – hier die zehn Gründe warum das so ist:

  1. Die Beleuchtung auf der Regent Street, der Oxford Street und die Deko über der Carnaby Street.
  2. Weil das Royal Ballett und die Royal Opera House zu Weihnachten Inszenierungen aufführen, die selbst den größten Muffel in eine zauberhafte Stimmung versetzen.
  3. Weil es überall großartige Christmas Menus gibt: Smoked duck, red slaw & apple Crostini, Mulled Cider Jelly with apple & blackberry, chestnut & potato crochette (Fried potato, ricotta & chestnut dumplings with fried sage) – need I say more?
  4. Weil man dem Geschenkepanikgedränge (das hier genauso schrecklich ist wie in jeder Innenstadt) hervorragend entfliehen, indem man einen der zahlreichen kleinen Märkte oder Einkaufspassagen in den großartigen Außenbezirken besucht (wie z.B. der im Barbican oder in Dalston)
  5. Weil Christmas Jumper die beste Tradition ever sind – die Weihnachtslaune steigt SOFORT!
  6. Niemand kann schlechte Laune haben, während er mit einem Papierkrönchen herumläuft.
  7. Neben den in Punkt 2 erwähnten klassischen Weihnachtsstücken gibt es auch jede Menge großartige Alternativen: ob es der Rundgang durch einen fiktiven Konsumalptraum ist oder ob man mit Elfen unterwegs ist um Weihnachten zur retten
  8. Mulled Cider schmeckt einfach besser als Glühwein
  9. Engländer in allen Positionen und Lebenlagen haben kein Problem mit Weihnachtsmützen oder Verkleidungen, daher trifft man gerne mal auf Weihnachtsmänner, Elfen, den Grinch oder andere lustige Personen; und wenn man an der Straße auf einmal von unzähligen Menschen im Weihnachtsmannkostüm überholt wird, dann ist man wohl gerade in einem Flashmob gelandet
  10. Mein Lieblingsweihnachtsfilm „Love actually“ in London spielt – und alles dort tatsächlich so aussieht wie im Film

 

 

 

Fröhliche Weihnachten an alle!